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Geschrieben von: Jochen Gehler   
Dienstag, den 03. November 2009 um 08:27 Uhr

"Snuff Machinery", "Laughingstock" und auch "Lebensborn" - diese Tracks sind mit Fug und Recht über die Jahre zu Club-Klassiker avanciert, die auch heute noch rege Verwendung in den Setlisten der Szene-DJ´s finden. [:SITD:], die Urheber dieser Hits sind nun nach zweijähriger Pause endlich wieder da. 2007 kam mit "Bestie:Mensch" der letzte reguläre Longplayer heraus und viele Kritiker spekulierten ob der eher verhaltenen Aggressivität der Platte über eine mutmassliche Altersmilde des Trios aus dem Ruhrpott. Aber keine Angst, das neue Album "Rot" knallt wieder ordentlich, als ob Carsten (Gesang), Thomas (Synthies, Gesang) und Frank (Synthies, Gesang) mit einem trotzigen "Jetzt erst recht" zeigen wollten, wer hier der Sheriff in der Stadt ist.

Bezeichnenderweise unterstreicht der Albumtitel "Rot" diese Vermutung: Ist Rot doch als Signal- und Warnfarbe nicht zu übersehen. Hinzu kommt die politische Komponente, wobei [:SITD:] Wert darauf legen, sich nicht parteipolitisch vereinnahmen zu lassen. Ihr unmissverständliches Statement zu den Mißständen dieser Welt geben die Drei ohnehin musikalisch ab.

Da sind sie endlich wieder, die treibenden und dennoch hochmelodischen Clubkracher, die unwillkürlich die Beine zucken lassen. Nach dem Intro mit Sample "The Insanity Of Normality" geht es recht rabiat mit "Carthasis" in die Vollen. Für den nötigen Härtegrad sorgt auch das reife und und straffe Mastering von X-Fusion. Jeder der Tracks auf "Rot" ist ein potentieller Tanzflächenfüller. Neben den typischen Synthie-Elektro-Tracks, die auf melodischen Synthieflächen tanzend dynamisch und energisch nach vorne preschen arbeiten die Jungs auf "Rot" auch mit Versatzstücken aus Techno und Trance, wobei sie zum Glück nicht der Versuchung erliegen, in den Hellektro oder gar in Cybergoth-Sphären abzugleiten. "Rot" verfolgt eine klare musikalische Linie und obwohl man mal links und rechts ab vom Wege in die Büsche schaut bleibt man letztlich doch auf seinem Weg. Diese Gradlinigkeit zahlt sich aus, denn so präsentiert sich "Rot" als ein sehr homogenes und strukturiertes Album.

Natürlich haben die Ruhrpöttler auch ihre beliebten Hommagen an den Future-Pop mit dabei: "Redemption" ist so ein Beispiel: Eine schöne Pianogrundmelodie kombiniert mit breiten Synthies und energetischen Beats ist per se mal ein Hitaspirant. Mit "Rot" schaffen es es :SITD:] zum einen, die alten Fans im Boot zu halten. Darüber hinaus werden sie mit dieser feinen Scheibe neue Freunde hinzu gewinnen. Man darf sich schon auf die sicherlich zwei bis drei Singleauskoppelungen und den damit verbundenen Remixen freuen. Doch im Grunde braucht man das Songmaterial nicht noch einmal verwursteln. Im Original ist es schon stark genug.

Label: Accession Records/ Indigo  +++  VÖ: 30. Oktober 2009

Trackliste:

01. The Insanity Of Normality
02. Catharsis(Heal Me,Control Me)
03. Rot V1.0     
04. Stigmata Of Jesus
05. Zodiac
06. Pride
07. Redemption     
08. Frontal     
09. Pharmakon     
10. MK Ultra     
11. Destination

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 22. November 2009 um 19:49 Uhr
 

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