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Interview mit NOISUF-X PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dietmar Fels & Astrid Kerber (Promofabrik)   
Mittwoch, den 19. Mai 2010 um 10:20 Uhr

Astrid & Dietmar interviewten Jan L. über sein neues Noisuf-X-Album "Excessive Exposure" und darüber, wie schlecht es um die Musikszene steht. Ein sehr interessantes Album von Samples über Schimpfwörter bis hin zu Zukunftsprognosen....

Vielen Dank an dieser Stelle an Astrid und Dietmar für die Umsetzung des Interviews und natürlich an Jan für seine Zeit!

Hallo Jan, vielen Dank für deine Bereitschaft, uns ein paar Fragen zu deinen Projekten und dem neuen Noisuf-X Album „Excessive Exposure“ zu beantworten.

Jan: Aber gerne doch..

Seit dem letzten Noisuf-X Album ist gerade einmal ein Jahr vergangen und zwischendurch ist auch noch ein X-Fusion Album erschienen. Hast du die Songs schon fertig in der Schublade liegen oder wie schaffst du das?

Jan: Du weißt doch, wie das bei elektronischer Musik ist - 3 Knöpfe drücken, und alles ist fertig :-)
Nein, ich habe natürlich einfach immer sehr viel Zeit in meine Musik investiert und daher ist der Output dann logischerweise auch höher als bei Bands, die vielleicht nur am Wochenende mal Zeit finden, Musik zu machen. Ich habe für diesen hohen Output allerdings auch Opfer bringen müssen und habe auf große Teile meiner Freizeit und auf Urlaub verzichtet.

Das neue Album trägt den Titel „Excessive Exposure“. Exposure kann man verschiedenartig übersetzen. Wie ist deine eigene Definition des Titels?


Jan: Meine freie Übersetzung lautet "Maßlose Beanspruchung", welches das Ziel auf der Tanzfläche ist. „Excessive Exposure“ ist ein reines Clubalbum, welches von Anfang bis Ende durchweg knallen soll und verzichtet daher recht kompromisslos jeglich auf ruhige Momente. Wer diese braucht, wird schon die Pause-Taste benutzen müssen.

Auf dem Album finden sich neben Songs mit Sprachsamples auch einige Instrumental-Stücke, wie z. B. „Hans Dampf“ oder „White Noise“. Wie stellst du eigentlich den Bezug zwischen dem Song und dem Titel her?

Jan: Gut, bei „White Noise“ ist es recht einfach, denn die Songidee war musikalisch etwas mit dem so genannten "weißen Rauschen" anzustellen, was wohl die meisten eher als "Schnee" von ihrem Fernsehgerät kennen, wenn kein Sender eingestellt ist. Und da ich eben genau dieses Rauschen im Song benutzt habe, lag der Songtitel auf der Hand.
Bei „Hans Dampf“ war das schon anders. Diesen Titel bzw. Namen (inspiriert natürlich vom Sprichwort "Hans Dampf in allen Gassen")  hatte ich eigentlich schon länger in meinem Kopf, aber es ist vorher nie ein Song fertig geworden, der dazu gepasst hätte. Das lässt sich auch manchmal gar nicht logisch erklären, aber schon im Anfangsstadium der Produktion dieses Songs war klar, DAS wird "Hans Dampf".

Wo wir bei Sprach-Samples sind: Was ist in deinem Kopf zuerst da, die Samples oder der Song?

Jan: Das ist ganz unterschiedlich. Mal ist erst der Song fertig und danach schaue ich, ob sich etwas Passendes dazu findet, meist habe ich aber schon vorher zumindest eine grobe Skizze vom Song im Kopf, an der ich mich orientiere. Ein Großteil der Samples sind ja auch von mir selbst erstellt worden und nicht einfach nur aus Film und TV gesampelt.

Wie kommst du auf die Ideen für die Sprachsamples?

Jan: Na ja, wie lässt sich Kreativität erklären?! Ich denke, das geht gar nicht. Es ist immer eine Kombination aus Fantasie und äußeren Einflüssen oder persönlichen Erfahrungen. Wenn man sich lange genug mit einem Thema beschäftigt, fällt einem schon etwas ein - dann hat man nur noch die Qual der Wahl. Wichtig ist einfach, dass man schon eine grobe Idee davon hat, in welche Richtung es gehen soll. Zum Beispiel beim Song "Fucking Invective".. Mir ist aufgefallen, dass immer mehr Schimpfwörter und Fäkalsprache Einzug in die Musik haben - und zwar auch in unserer Szene und nicht nur im Hip Hop - wo es natürlich besonders deutlich ist. Daher wollte ich das Ganze sozusagen auf die Spitze treiben und wahllose Wörter dieser Kategorien aneinander reihen - und mit diesem "Stotter-Effekt" gleichzeitig wieder abschwächen. Um zusätzlich mit einem Wortwitz deutlich zu machen, dass dieser Song den übermäßigen Gebrauch solcher Wörter aufs Korn nimmt, habe ich ihn dann wörtlich übersetzt "Verfickte Schimpfwörter" genannt.

Der in unseren Ohren witzigste Song des Albums ist „Deutschland Braucht Bewegung“. Sehen wir das richtig, dass man diesen Titel auch zweideutig interpretieren kann?

Jan: "Deutschland braucht Bewegung" ist ja schon eine sehr klare Aussage und fordert sehr deutlich maximale Bewegung im Club und auf Konzerten. Was die Zweideutigkeit angeht, kann ich nur sagen: Was man sucht, das findet man auch :-)

Woher stammen die Sprachsamples am Ende des Songs?

Jan: Quellenangaben mache ich natürlich nicht, denn ein paar kleine, dreckige Geheimnisse sollten doch wohl auch mir gegönnt sein. Wichtig ist nur, dass man Spaß daran hat - und das Ende von "Deutschland Braucht Bewegung" hat bisher bei jeder Live-Show zur Belustigung beigetragen.

Der Track „Fire“ trägt den Untertitel „C64 Tribute“. Denkst du gerne noch an die X-Fusion Anfänge auf dem C64 zurück?

Jan: Auf jeden Fall. Der C64 war einfach eine geile Kiste und ich stehe nach wie vor auf den Sound des SID-Chips (der für die Musik verantwortlich war). Man hat mit dieser Kiste etwas ganz Wichtiges gelernt, nämlich: Aus so wenig wie möglich, so viel wie möglich rauszuholen. Das kann keiner nachvollziehen, der erst vor ein paar Jahre mit dem Produzieren von elektronischer Musik angefangen hat. Heutzutage kann man sich ja hunderte von Klangerzeugern, Samples und Effekten umsonst oder für wenig Geld herunter laden und hat sofort unbegrenzte Möglichkeiten - dabei bleibt aber oft die eigene Kreativität auf der Strecke. Daher sind die Erfahrungen, die ich mit C64 und Amiga gemacht habe, für mich von unschätzbarem Wert.

Was hat dich damals dazu bewegt, Musik zu machen?


Jan: Puh, das ist echt schwer zu sagen. Musik hat mich schon immer fasziniert, und als Gleichaltrige noch Hörspiele gehört haben, habe ich schon Mixtapes erstellt und mit 2 Plattenspielern usw. experimentiert. Und von da an ging die Entwicklung immer weiter... wie schon angesprochen z. B. mit dem C64 - an dem ich nicht wie die meisten anderen gespielt habe, sondern nur Musik gemacht habe.

In einem Interview Ende letzten Jahres hast du bedauert, dass es nicht sehr viel Resonanz zu deinem letzten X-Fusion Album gab. Sieht es diesmal für Noisuf-X besser aus?

Jan: Nein, kann ich leider nicht bestätigen. Ich habe gerade extra nachgeschaut. Das Album ist nun schon 2-3 Wochen auf dem Markt, und auf meiner Webseite befindet sich genau ein einziger Gästebucheintrag zum Album und eine handvoll Kommentare in meinem Forum. Natürlich gibt’s auch Kommentare bei Myspace usw, aber diese sind sehr gut zwischen dem ganzen Spam versteckt, so dass man sich das Lesen bzw. Suchen von Vorneherein spart. Ich sehe leider eine ganz deutliche Entwicklung, während auf der einen Seite die Hörerschaft, die ein Album illegal runter lädt stetig wächst, sinkt auf der anderen Seite die Zahl der echten Fans, die einen mit CD & Merchandise-Käufen und auch mit Feedback unterstützen. Wohin das letztendlich führt, muss, glaube ich, nicht erklärt werden.

Im selben Interview hast du angedeutet, dass du nicht weißt, wie lange du X-Fusion noch am Leben erhalten kannst. Noisuf-X ist nach deiner eigenen Aussage eher ein Spaß-Projekt. Ist Noisuf-X trotzdem auch „gefährdet“?

Jan: Beide Projekte sind ganz klar stark gefährdet und wenn sich an der Entwicklung nichts ändert, ist es nur noch eine Frage der Zeit. Natürlich würde ich gerne immer so weiter machen und Musik veröffentlichen - das Ganze ist aber nun mal sehr zeit- und kostenintensiv und wird daher für mich immer mehr zum Luxus, den ich mir so nicht mehr lange aufrechterhalten kann. Ich hatte nie vor mit meiner Musik reich zu werden - dann wäre ich nicht in dieser Szene gelandet, aber auch ich muss wirtschaftlich denken und mir überlegen wie und wo ich meine Zeit und mein Geld investiere.

Auf deinen Webseiten betreibst du auch ein Forum. Wie wichtig ist dir der Kontakt zu den Fans?

Jan: Ehrlich gesagt bleibt dafür leider kaum Zeit. Und mit dem Wissen, dass der Grossteil meiner Hörer mir meine Musik "gestohlen" hat, verlässt mich auch immer mehr die Lust. Denn man weiß ja nie, mit wem man redet. Freund oder Feind.

Neben deinen eigenen Projekten hast du zusammen mit Johan van Roy das Projekt „Kombat Unit“ und spielst bei Suicide Commando die Live-Keyboards. Wie ist der Kontakt mit Johan zustande gekommen?


Jan: Oh, wir kennen uns schon sehr lange. Ich glaube, er fragte mich einmal nach einem X-FUSION Song oder Remix für eine Compilation, die er gerade zusammen gestellt hat. So ist man ins Gespräch gekommen, ist sich dann irgendwann einmal irgendwo über den Weg gelaufen und hat festgestellt, dass man sich gut versteht. Der Rest kam dann von alleine.

Darüber hinaus bist du ja auch noch Musikproduzent.
Hörst du bei all deinen Projekten und deiner Produzententätigkeit privat selbst noch Musik? Wenn ja, welche?


Jan: Viel Zeit bleibt da leider wirklich nicht mehr - aber wenn ich dann mal privat etwas höre, ist es meist nichts aus unserer Szene. Mir gefällt zwar generell sehr wenig Musik, aber mein Geschmack ist dafür breit gefächert.  ich höre viele düstere orchestrale Sachen, aber auch mal Goa oder Metal.

Wo geht aus deiner Sicht als Musikproduzent die Entwicklung der Electro-Szene hin?

Jan: flussabwärts.. zu Deutsch: Den Bach runter.. und zwar musikalisch, wie auch wirtschaftlich.

Die letzten Worte des Interviews gehören dir.

Jan: Da ich nun genug auf den illegalen Downloadern rumgehackt habe, möchte ich es natürlich nicht versäumen, mich auf der anderen Seite bei allen, die meine Projekte unterstützen zu bedanken (und damit meine ich nicht diejenigen, die meine Musik bei Youtube hochladen).

Vielen Dank für deine Antworten! Wir wünschen dir weiterhin viel Erfolg mit Deinen Projekten.

Jan: Danke schön!

 
ALTER DER RUINE - This Is Why We Can't Have Nice Things PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Lucy von Leibnitz (Promofabrik)   
Mittwoch, den 19. Mai 2010 um 10:02 Uhr

Eine Mischung aus Stilen wie IDM, Industrial, Techno, Hardcore und House - Alter der Ruine sind bekannt dafür. Lucy interviewte Jacob and die beiden Mikes von ALTER DER RUINE. Das Ergebnis: Ein sehr lustiges und interessantes Interview. Aber lest selbst!


Hallo Jungs, nun steht mit „This Is Why We Can’t Have Nice Things“ euer viertes Album in den Läden. Wie um Himmels Willen kommt man denn auf solch einen laaangen Albumtitel?

ADR: Also wird hatten einen Wettbewerb online, bei dem die Fans Albumtitel einsenden konnten. Wir hatten eine Menge Zuschriften, am Ende haben die Fans für diesen Titel gestimmt. „Cowboys in the Navy“ war der knappe zweite Platz, welcher von Thomas Rainer von Nachtmahr vorgeschlagen worden war.

Wofür steht dieser laaaange Titel denn?

ADR: Es gibt viele Möglichkeiten, wie man ihn interpretieren kann. Ich denke, die Leute werden mehr hineindeuten als eigentlich sein müsste.

Gehen wir doch zunächst einmal ein paar Jahre zurück, um genauer zu sein, ins Jahr 2005. Wie hat alles begonnen und wie haben sich die zwei Mikes und der eine Jacob denn kennen gelernt?


ADR: Das ist so lange her, dass die Details einfach in Vergessenheit geraten sind. Es begann irgendwann in 2004, als Mike J das erste ADR-Liveset spielte. Mike T war im Publikum und trank sehr viel. Ab da werden die Geschehnisse etwas unscharf. Direkt nach dem ADR-Auftritt kam ein als Cowboy angezogener Typ in den Club. Er schrie etwas von einem Duell oder so, niemand verstand so richtig, was er sagen wollte. Er zog ein Rasiermesser aus seiner Hosentasche und ein Blick in sein Gesicht verriet, dass er es ernst meinte. Im Club wurde es sehr seltsam ruhig. Alle fragten sich, wo die Rausschmeißer sein mögen. In der Luft lag eine nervöse Energie, es war fast so, als ob ein Funken genügt hätte, um Panik und Chaos zu entfachen. Jeder fühlte es. Mike J fühlte, dass es wahrscheinlich keine gute Idee gewesen ist, zu dem Cowboy zu gehen und ihm zu sagen, er solle sich beruhigen und runter kommen. „Du hast echt dicke Eier“, sagte der Cowboy, während er sich das Messer an der Jeans abstrich. Mike T stand auf, um die Security zu suchen. Er fand einen sicheren Weg nach draußen, wo er andere Cowboys mit Ketten und Springmessern sah. Er sah auch, warum die Rausschmeißer nicht aufgetaucht waren. Die lagen wie blutige Wäschestücke zusammengeschlagen auf der Erde herum. Mike T rannte zurück und bemerkte „Die Security ist zusammengeschlagen, da sind noch mehr Typen draußen. Die wollen uns hier nicht rauslassen.“ Der Cowboy kam auf Mike J mit einem kalten Blick und dem Rasiermesser zu und flüsterte: „Ich schlitz dich auf, Söhnchen“. Die übrigen Cowboys kamen in den Club, begierig darauf, auf den Leuten herumzutrampeln. Mike T stand neben Mike J und meinte: „Du hast eine gute Show abgeliefert, mein Junge. Zu schade, dass es wohl deine letzte war... Ich wollte schon immer in so einer Band wie deiner sein. Nach heute Nacht werde ich wohl nie wieder die Chance dazu haben.“ „Falls wir hier heil wieder rauskommen, verspreche ich dir, dass du in meiner Band sein wirst“, antwortete Mike J.
Beide kicherten. Die Cowboys umringten die beiden Mikes mit blitzenden Messern und Ketten, die wie Stahlschlangen durch die Luft wirbelten. „Ich mag das Zahlenverhältnis nicht“, unkte Mike T. „Ich schon“, sagte Mike J.
Der Cowboy kam an die Jungs heran und brüllte unintelligente Sachen, die die Meute noch mehr aufheizte. Dann sprach er mit ruhiger Stimme: „Ihr seid nur zu zweit. Ich kann nicht behaupten, dass das ein fairer Kampf wäre. Ich kann auch nicht gerade sagen, dass es mir Spaß machen würden, die Scheiße aus zwei Jungs rauszuprügeln.“ „MACH LIEBER DREI JUNGS DRAUS“ schallte eine Stimme aus der Ecke. Alle Cowboys drehten sich um, um den Mann zu erblicken, der aus dem Schatten trat. Der Mann war selbstsicher. Der Mann war berechnend. Der Mann war gefährlich. Der Mann war Jacob! Jacob stellte sich neben die beiden Mikes. Er spuckte auf den Boden und nuschelte etwas, das nur er verstand. Der Cowboy knirschte mit den Zähnen und in die Richtung Clique schrie er: „Fein, lasst uns tanzen!“ Die Cowboys fielen über die Helden her. Durch den Klang brechender Knochen und Blutvergießen konnte man Jacob rufen hören: „Ich spiele Keyboards und falls du jemals einen brauchst, der die Tasten für dich drückt, wäre ich glücklich mit freiwillig anzubieten!“ Der Kampf schien für Stunden anzudauern, es waren aber nur ein paar Sekunden. Als sich der Staub gelegt hatte, sah es aus, als ob jemand den Club in eine Mondlandschaft verwandelt hätte. Die Schlägertypen waren weg. Mike, Mike und Jacob entkamen relativ unversehrt stehenden Fußes, was sie sehr überraschte. Mike J drehte sich zu ihnen um und sagte: „Ich kenne nicht eure Namen, aber von diesem Moment an sollen wir genannt werden ‚Alter! Der! Ruine!’“
So in etwa ist es passiert.

Mike 1, stelle uns doch bitte einmal Mike 2 vor!

Mike 1: Er ist mein Ritter in verschwitzter Rüstung. Ich sah ihn von einem schüchternen Jungen zu einem starken und tapferen Mountainman werden.

Jacob, stelle uns doch bitte einmal Mike 1 vor!


Jacob: Ich weiß nicht sehr viel über Mike 1. Ich denke, ich habe mich bisher vielleicht zwei oder dreimal mit ihm unterhalten in all den Jahren, in denen ich in der Band bin. Ich habe gehört, dass er eine wirklich nette Person ist.

Und Mike 2, was fällt dir zu Jacob ein?

Mike 2: Zwei Dinge – ich sehe ihm nicht in die Augen, wenn er isst. Zweitens: Wenn es Sonnenuntergang ist und ein Reh vor dir entlang läuft, wünsche dir drei Dinge. Und er wird dir einen davon erfüllen, wenn sie weise gewählt sind.

Und wie kommt ihr auf eure Pseudonyme „Brash Breadbone“, „Grayson Grayson“ und „Kint Sweeblehart“? Welche Bedeutung haben diese?

ADR: Um die Dinge verwirrend zu lassen. Da wir davon reden, sollten wir sie vielleicht demnächst gegen andere austauschen.

Was habt ihr vor Alter Der Ruine gemacht?


ADR: Prügeleien in Bars stoppen. Skulpturen reinigen. Ziemlich langweilige Dinge also.

Und wofür steht eigentlich der Bandname? Erzählt mal bitte!


ADR: Um es kurz zu machen,  bedeutet es einfach, dass wir kein Deutsch sprechen. Wir haben recht schnell gemerkt, dass es einige Übersetzungsschwierigkeiten mit unserem Namen gibt. Was der Name eigentlich sagen sollte und was er wirklich bedeutet, sind zwei komplett verschiedene Dinge. Glücklicherweise finden wir es jetzt besser als die ursprünglich angedachte Version.

Euer Ziel war es zu Beginn, euch stets weiterzuentwickeln. Habt ihr den Plan eingehalten? Wenn ja, wie entwickelt ihr euch weiter (eher die Werkzeuge und Instrumente betreffend oder eher euer Wissen zu erweitern)?

ADR: Die Dinge entwickeln sich definitiv. Der Sound mit dem wir damals angefangen haben, ist meilenweit von dem entfernt, was wir heute sind. Wir haben uns niemals auf eine Sache festlegen wollen. Wenn es um Erfolg geht, ist es einfach zu sehen, dass wir es irgendwie richtig machen. Die Shows werden größer und unsere Fans stehen nach wie vor zu uns – also scheint alles zu funktionieren.
Auf der technischen Seite der Dinge haben wir auch Lichtjahre zurückgelegt, wenn man auf die Anfänge zurückblickt. Die Produktion ist flüssiger, die Ideen weitgreifender. Wir verarbeiten eine große Anzahl von Elementen, die wir uns vor Jahren noch nicht einmal als passend hätten vorstellen können.

Lasst uns noch kurz über euren Sound plaudern. In Alter Der Ruine fließen eine Menge Genres ein (IDM, Industrial, Techno, Hardcore und House). Zeugt das davon, dass ihr drei einfach verschiedene Musikstile bevorzugt oder wie kommt es zu dieser extremen Mischung der Elemente?

ADR: Jeder von uns hört verschiedene Musik. Wir haben größtenteils einen ähnlichen Geschmack, aber wir gehen auch unsere eigenen Wege. Wenn es an das Komponieren geht, ist nichts vorherbestimmt. Oft schreiben wir viel zu viele Bausteine für einen einzigen Song. Wobei viele Bands darüber sicher glücklich wären und einfach zwei Songs daraus machen würden, arbeiten wir solange daran herum, bis wir es zu einem funktionierenden Ganzen zusammengemischt haben. Es gibt da so Etwas, nennen wir es mal „Kontrolliertes Chaos“, das wir sehr anziehend finden.

Ok, kommen wir nun zum neuen Album mit dem Wahnsinns-Titel. *g
Welche Fortschritte habt ihr selbst zu den drei Vorgängeralben „The Ruine Process“,  „State Of Ruin“ und „Giants From Far Away“ festgestellt?


ADR: Das ist einfach! Wir haben einfach aufgehört uns zu ernst zu nehmen. Als ADR anfing, war es nur Mike J. Er schrieb das gesamte Album allein, worin auch schon der Hauptunterschied zu den folgenden Veröffentlichungen zu sehen ist. Es war als ein Powernoise-Album gedacht und hat eine Menge düsteren Charme.
„State of Ruin“ war von Mike J und Mike T in einem Zeitraum von etwa einem Jahr geschrieben worden. Mit einer neuen, zusätzlichen Sichtweise auf die Dinge veränderte sich der Sound und wurde auch kritischer bearbeitet. Dieses Album brach mit dem reinen Noise-Aspekt des ersten. Es gab da erste Electro-Melodielinien, die für den Klangcharakter und das Abwechslungsreiche sorgten. Das gab es auch schon die ersten Spritzer Humor. Es war eine Art Übergangsphase und öffnete die Türen und Tore für „Giants from far away“. „Giants from far away“ hat uns Nerven und Herzblut gekostet. Es hat riesigen Spaß gemacht es zu schreiben, aber es hat auch eine Menge von uns genommen. Jacob war bereits beim Komponieren Teil der Band und unsere Ideen und kreativen Filter waren zur Höchstleistung aufgefahren. Von Anfang bis Ende überschüttet es sich über dem Zuhörer, der nicht viel Zeit hat darüber zu reflektieren, was er eigentlich gerade gehört hat. Es trifft ihn in immer wieder kehrenden Wellen aus Techno und Industrial, aber verharrt nie lange genug um sich Gedanken zu machen, was wohl als nächstes kommen wird.  Wir sind aus verschiedenen Gründen sehr stolz darauf. Vor allem darüber, was es uns an Freiraum bietet, uns in der Zukunft entfalten zu können.

Warum habt ihr das „Ruine“-Ding schon beim letzten Albumtitel nicht fortgesetzt?

ADR: Weil wir diese Titel einfach nie so richtig gemocht haben. Wir wollen weg davon, so dämlich auszusehen. Es gibt genug Gruppen, die sich darüber beschweren, dass es Krieg gibt, die über die Politik schimpfen und so – wir glaubten nicht, dass es noch eine weitere geben müsse. „Giants from far away“ war fast wie eine Wiedergeburt für uns. Es zeigt einen Wechsel in unserer Einstellung und Perspektive. Es wird auch nicht das letzte Mal sein, dass wir Dinge anders angehen werden.

Nun erwarten uns auf „This Is Why We Can’t Have Nice Things“ 12 Stücke plus vier Extrasongs in der Limited Edition. Zweitere ist eine Remix-Scheibe, bei welcher man schon beim Lesen der Remixer große Augen bekommt. Wie ist der Kontakt zu Aesthetic Perfection, Noisuf-X, Haujobb und Assemblage 23 zustande gekommen?

ADR: Wir kannten sie über die Jahre durch Online-Kontakt und gemeinsame Auftritte. Es sind alles Bands, die wir lieben und die wir häufig angehört haben. Dass sie uns remixen ist einfach wunderbar!

Besteht zwischen dem Albumtitel, ich muss ihn einfach noch mal sagen, so genial ist der „This Is Why We Can’t Have Nice Things“ und den einzelnen Tracks textlich gesehen ein Zusammenhang?


ADR: Ein wenig vielleicht. Wir neigen dazu, die Dinge außerhalb des normalen Ablaufes zu machen. Das wirkt manchmal Wunder und aber auch gar nicht. Der Titel könnte bedeuten, dass wir selbst unsere größte Ablenkung sind. Wir haben Erfolg, aber wir nehmen den Weg, der am wenigsten betreten ist, um dorthin zu gelangen.

Lasst uns doch einmal auf ein paar Songs näher eingehen:
„When Machines Cry“... was verbirgt sich hinter diesem Titel?


ADR: Maschinen weinen nicht, weil sie traurig oder glücklich sind. Es ist einfach nur ein Missverständnis. Dieser Song beleuchtet den Moment, als eine Maschine eine Autotüre in die Eier geschlagen bekommt – sie weint, weil sie NICHTS dabei fühlt.

„Achtung! Bitches“:


ADR: Ahhh, ja. Das ist ein herzzerreißender Song. Die Worte entschlüpfen unserem Mund, als wir versuchten unsere tägliche Freude beim Beschimpfen von Schlampen zu beschreiben.

„KIA“

ADR: Dieser Song ist politisch. Zumindest denken wir es. Niemand sollte zu viel in unsere Songtitel interpretieren.

Wer wohnt denn in eurer „Looserstreet“?


ADR: Glücklicherweise keiner von uns.

Was macht ihr so in eurer Freizeit?

ADR: Hindernis-Parkours.

Mögt ihr Archeologie?


ADR: Ja, aber wenn man es mit Kryptzoologie kombinieren könnte, dann müssten wir unsere Hosen wechseln.

Welches Gefühl oder Bild habt ihr vor Augen, wenn ihr an Ruinen denkt?

ADR: Die eine Szene, die mir da einfällt ist aus „Der Weiße Hai Teil II“, als diese Gruppe Leute auf dem Banana Boot von einem Hai angegriffen wird. Der Hai ruinierte einfach eine perfekte Banana Boot-Erfahrung.

Wenn Alter der Ruine ein Restaurant machen würden, welches Tagesgericht würdet ihr empfehlen?

ADR: Sperma und Eier.

Eure Musik ist genau das richtige zum Party machen. Seid ihr denn auch so richtige Partypeople?

ADR: Wir sind dafür bekannt, dass wir gut Party machen können. Oft wenn wir auf Tour sind müssen wir leider selbst fahren und können somit nicht so ganz abdrehen. Normalerweise haben wir unsere Party auf der Bühne. Wir versuchen, den meisten Spaß dabei zu haben und bisher hatten wir noch kein Problem, das auch umzusetzen.

Bitte auf folgende Argumente spontan antworten:

Gitarre oder Synthesizer?

ADR: Super magisch...

Techno oder House?

ADR: Einer schüttelt die Hände, ein anderer pflanzt Blumen. Zusammen machen sie hässliche Babies.

Gott oder Teufel?

ADR: Irrelevant, der Weihnachtsmann.

Bitch oder Schoßhündchen?


ADR: Beides? Schoßschlampe?

Stuntman oder Stubenhocker?

ADR: Das eine führt früher oder später zum anderen.

Gewinner oder Looser?

ADR: Diese beiden sind nicht notwendigerweise einander ausschließend. Auch die Gewinner sind häufig die größten Verlierer.

Morgenmuffel oder Frühaufsteher?

ADR: Was auch immer den Morgen in die Gänge bringt...

Splattermovie oder Heimatfilm?

ADR: Eine Frage der Zeit und Situation. Momentan sind wir eher an Ort und Zeit für Filme mit Pferden, deren Stolz nicht gebrochen werden kann.

Leben vor dem Tod?

ADR: Keine Ahnung. Habe nie die umgekehrte Reihefolge versucht.

Was ist eure Lebensphilosophie, falls es eine gibt?

ADR: Essen, Saufen und Musik. Egal in welcher Musik du das haben willst.

Glaubt ihr, dass euer Projekt in seiner jetzigen Form unvergleichlich zu anderen Künstlern ist?

ADR: Zu sagen, es wäre ohne Parallelen, wäre sicher vermessen.

Was erwartet uns in eurer Zukunft? Ist ein Video geplant, wird es eine Tour geben?


ADR: All dies wird kommen. Wir werden auch eine neue Kollektion Damenjeans für Herren herausbringen.

Und was könnt ihr unseren Lesern noch mit auf den Weg geben? Euch fällt da doch bestimmt etwas Nettes ein?

ADR: Man braucht kein Talent, um bekannt zu werden!

Vielen Dank für das Interview und die liebsten Grüße nach Arizona!

 
6ct HUMOUR im Interview PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Lucy von Leibnitz (Promofabrik)   
Montag, den 03. Mai 2010 um 19:22 Uhr

Lucy interviewte die drei Herren von 6ct Humour über ihr neuestes Werk "iHuman" und über so manche musikalische Angelegenheit, sowie über Humor, Fans, Labels und warum das Album ausgrechnet am Karfreitag rauskam?!?

Hallo zusammen, wie setzt sich 6ct Humour zusammen und wer hat welche Aufgabenbereiche?

Andreas: Rouven ist unser Sänger und Texter. Ronny und ich sind die Tastenmänner, zudem komponieren wir die Songs...

 

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 27. Mai 2010 um 05:56 Uhr
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PROSPECTIVE im Interview PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dietmar Fels & Astrid Kerber (Promofabrik)   
Freitag, den 02. April 2010 um 09:14 Uhr

Astrid und Dietmar quatschten mit Caro von Prospective über das zweite Album des Bautzen-Nürnberger Electro-Industrial-Duos.

Hallo Caro, vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, uns ein paar Fragen zu Prospective und eurem neuen Album "Perfect Evolution Of Humanity" zu beantworten.

Caro: Na gerne doch, ich danke euch für euer Interesse!

Für Diejenigen, die euch noch nicht kennen, stell euch doch bitte einmal kurz vor.

 

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 03. Mai 2010 um 18:33 Uhr
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SANTA HATES YOU im Interview PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Lucy von Leibnitz (Promofabrik)   
Freitag, den 02. April 2010 um 09:00 Uhr

Lucy interviewte Jinxy und PS zu ihrem zweiten Longplayer "Crucifix Powerbomb". Wofür sich Jinxy strafbar machen würde und welchen Buch PS in den nächsten 2000 Jahren schreiben würde oder was passieren würde, wenn PS "Gott" spielen könnte und noch vieles mehr, erfahrt ihr im folgenden Interview.


Hallo Jinxy, hallo PS, wieder einmal treffen wir zusammen, um ein wenig zu plaudern. Heute soll es sich um euer zweites Album „Crucifix Powerbomb“ drehen.
Wie gut seid ihr mit den Arbeiten vorangekommen? Verlief denn alles nach Plan?


PS: Eigentlich ganz gut. Wir haben im Juni 2009 begonnen und sind irgendwann im Dezember damit fertig geworden. Das zieht sich halt immer ein bisschen hin.

Kürzlich habt ihr eure EP „Rocket Heart“ veröffentlicht. Wie sind die bisherigen Reaktionen darauf?


PS: Eigentlich sehr gut. Soweit ich informiert bin, ist die EP ausverkauft, sie ist, wenn überhaupt, nur noch in wenigen Shops erhältlich. Also von daher: Voller Erfolg!

Ok, wieder zurück in die Gegenwart. Euer neues Album heißt also „Crucifix Powerbomb“. Was verbirgt sich alles hinter diesem bombastischen Titel?


PS (lacht): Es verbirgt sich zum einen ein supergeiles Album dahinter. Zum anderen sieht man, wenn man den Begriff bei Google eingibt, einen wunderschönen Wrestling-Move. Das hat uns gereizt. Jinxy kam eines Tages auf mich zu und meinte, dass „Crucifix Powerbomb“ doch ein geiler Albumtitel wäre und dann haben wir das auch übernommen, weil es stimmt.

Wie seht ihr persönlich eure Weiterentwicklung vom ersten Album zum neuen Longplayer?

PS: Es ist im Prinzip noch viel zu kurz, um eine Entwicklung feststellen zu können. Man steckt da viel zu sehr selbst drin und es ist der zweite Schritt. Vielleicht ist Jinxy’s Stimme ein bisschen mehr in die Songs eingebunden, als beim ersten Album.

Die Tracklist klingt sehr spannend und macht mich neugierig. Lasst uns doch einfach mal auf einzelne Titel eingehen. Wofür ist die „Hexenpolizei“ im gleichnamigen Titel denn zuständig?


PS und Jinxy (lachen): Ja für die Hexen.

Ja, das ist klar, aber was genau passiert da?

Jinxy: Sie ist den Gedankenverbrechern hinterher.

PS: Und es ist ein Sinnbild für Überwachungsstaat, Restriktionen und Privatleben, ob im öffentlichen Leben oder im Internet.

„God Is Hiding Under My Bed“ ist wirklich ein genialer Titel. Eigentlich warten ja immer böse Monster und Ungeheuer unter den Betten, soweit ich mich an meine Kindheit erinnere und Papa immer unter mein Bett schauen musste? Warum versteckt sich GOTT unter dem euren?

PS und Jinxy lachen

PS: Weil das A) Jinxy’s Bett ist und er B) einfach mal unter dem Bett einer Frau sitzt und abwartet, was die Katholische Kirche so macht.

Jinxy: Ich möchte den Text ungern fertig interpretieren und ich möchte auch keine genaue Richtung geben. Jeder sollte für sich das erörtern, was ihm am meisten zuspricht. Ich habe schon eine kritische Haltung gegenüber der Katholischen Kirche. Man kann das aber so deuten, wie man will. Man kann Gott als kleine Monster sehen. Ich sage auch öfters im Text „God is not a teamplayer“. Ich denke, ich mache schon deutlich, was ich von dem Typ halte.

Welcher Song war am schnellsten im Kasten?

PS: Ich würde sagen „Rocket Heart“. Diesen Song haben wir schon auf diversen Festivals gespielt.

Und an welchen habt ihr am längsten geschraubt?


PS: Jinxy, sticht da einer hervor?

Jinxy: Ich denke nicht.

PS: Nö, die waren alle zeitgleich langsam oder schnell fertig, je nachdem, wie man das betrachtet.

Na dann seid ihr ja ein gut eingespieltes Team, würde ich sagen.

Beide: Ja.

Auf „Crucifix Powerbomb“ sind sowohl deutsche, italienische als auch englische Songs. Wie entscheidet ihr, ob eine Story in englisch bzw. in deutsch vorgetragen wird?


PS: Das ergibt sich aus dem Song heraus. Er fühlt sich eben einfach Italienisch, Deutsch oder Englisch an. Das ist eine reine Bauchgeschichte. Wir finden alle drei Sprachen sehr reizvoll und ich persönlich empfinde Italienisch als Sprache im Dark Electro- und Industrial Bereich als sehr neu und erfrischend.

Jinxy, was heißt denn „Sexuelle Unordnung“ auf Italienisch?

Jinxy: Disordine sessuale.

Oh, das klingt aber sehr erotisch, Wahnsinn!

Alle lachen...

Jinxy, wenn du in einem Geschäft verloren gehen würdest, welches wäre das?

Jinxy: Ich denke, gar keines.

Kaufst du nicht gern ein?

Jinxy: Nein.

PS lacht.

Jinxy: Ich bin eher die Art von Frau, die gerne Musik macht.

PS, wenn du einen Tag GOTT sein könntet, was würdest du tun?


PS: Wahrscheinlich das Selbe, was ich jetzt auch tue. Ausschlafen, danach musizieren und das bis spät in die Nacht uuuund jaaaaaaa .... Ich würde vielleicht jeden Menschen, der gewalttätig ist, in diesem Moment rebooten und ihn wieder drei Monate alt sein lassen. Wenn jemand, in Kriegsgebieten beispielsweise, schießt, wäre er sofort wieder ein Kind.

Jinxy, nehmen wir einmal an, du würdest auf der Hinterbank eines Polizeiautos sitzen, was wäre der Grund dafür?

Jinxy: Oh mein Gott, ich weiß nicht, ob man das hier sagen darf!

Alle lachen.

PS: Ich glaube, das wäre, weil sie bei illegalen Glücksspielen Leute abgezockt hätte.

Jinxy: Ja.

PS, wenn du jemals ein Buch schreiben würdest, worüber würde das sein?


PS: Das wäre die Bibel 2.0.

Ah, wir lesen uns dann also in 2000 Jahren wieder!

Alle lachen.


Beschreibt doch mal einen völlig normalen Tag im Hause Santa Hates You.


PS: Gut, wo fange ich da an... mit dem Aufstehen. Ok, also gegen 9 Uhr klingelt der Wecker. Dann wird erst einmal gefrühstückt und es werden E-Mails gecheckt. Danach setze ich mich an die Tasten und komponiere ein bisschen. Irgendwann kommt Jinxy vorbei und zeigt mir ihre neuen Texte. Dann ist erst einmal viel Spaß angesagt. Irgendwann am späten Nachmittag köpfen wir die erste Flasche Wein und versuchen Sachen einzusingen oder ich spiele Jinxy neue Songs vor, die ich gemacht habe. Das kann sich teilweise bis morgens 5 oder 6 Uhr hinziehen. Vielleicht muss man zwischendurch auch noch einkaufen gehen.
Am Wochenende sieht das natürlich ganz anders aus. Dann wird nachmittags mit dem Musikmachen abgebrochen und wir überlegen uns, in welchen Club wir gehen möchten und mit welchen Freunden man sich vorher trifft. Ist doch eigentlich ganz normal, oder?

Welches Verhältnis habt ihr zu euren Fans? Ist es nett, Fans zu treffen oder habt ihr auch Probleme mit hysterischen weiblichen und aufdringlichen männlichen VerehrerINNEn?


PS: Die bisherigen Fans von Santa Hates You, die wir kennen lernen durften, waren durch die Bank weg die besten Fans, die man sich überhaupt wünschen kann.

Jinxy: Jawohl, die besten!

Also keine schlimmen Vorfälle?

Jinxy: Nein.

PS: Überhaupt nicht. Aber das hat man in dieser Szene sowieso nicht. Da spreche ich auch aus der Sicht meiner anderen Band heraus. Wir können in unserer Szene stolz darauf sein, wie wir miteinander umgehen. Ob von Fans zu Band oder auch von Band zu Fans.

Wie schaut es aus mit Konzerten anno 2010. Da kann man euch des Öfteren LIVE erleben. Wo wird das überall sein?

PS: Das habe ich jetzt leider nicht im Kopf. Aber für alle Leute, die das interessiert, sei unsere MySpace-Page www.myspace.com/santahatesyou ans Herz gelegt. Dort werden wir immer die neusten Termine veröffentlichen.

Ist euch schon mal etwas Peinliches auf der Bühne passiert, wenn ja, was war es?

PS: Bei Santa Hates You bis jetzt noch nicht so richtig.

Jinxy: Oh, doch. Einmal war meine Latex Hose eine Nummer zu groß.

PS lacht.

Jinxy: Und während des Konzertes rutschte sie ganz langsam immer mehr nach unten und das sah dann ein bisschen nach Baggy Pants aus.

PS: Rubber Baggy Pants.

Jinxy: Aber das hat keiner gemerkt, außer mir.

PS: Auf einer Bühne darf einem sowieso nichts Peinlich sein. Es kann alles passieren. Man kann über Kabel stolpern. Es kann sonst etwas passieren. Die Hauptsache ist, man verletzt sich und andere nicht dabei.

Was habt ihr für Träume oder Pläne für die Zukunft?

PS: Wir warten nun erst einmal ab, wie das neue Album ankommt. Die ersten Anzeichen sehen bis jetzt ganz gut aus. Dann hoffen wir, dass wir regelmäßig und oft LIVE auftreten werden und freuen uns eigentlich auch schon auf das nächste Album. Meistens denkt man, wenn man ein Album fertig hat, dass man das und das noch hätte machen können. So entstehen sofort neue Ideen und neue Inspirationen für neue Songs.

Bei euch beiden Kreativen ist das ja auch Gang und Gäbe.


PS: Was?

Dass bei euch die Kreativität einfach nicht ausgeht.


PS: Uns knutscht die Muse wirklich unentwegt ab. Wir sind eben nachtaktiv wie Werhamster.

Jinxy: Ja, die Hamster des Todes.

Oh, Todeshamster.

Alle lachen.


Ok, dann mal recht vielen Dank für eure Antworten und viel Erfolg mit eurem zweiten Album! Vielleicht habt ihr ja noch ein paar Abschlussworte für unsere Fans da draußen, ähhh, ich meine natürlich eure Fans, Entschuldigung.

PS: Unserer Hörerschaft möchte ich sagen: Danke, dass ihr da seid und dass ihr diese Szene unterstützt. Das gilt natürlich auch für alle Onlinemagazine, Radios und so weiter und so fort. Ich helft, dass diese Szene schön dunkelbunt bleibt! Das ist eine schöne Sache und wir schauen mit Stolz auf euch!

Ok, dann sagen wir mal Tschüß da draußen!

Jinxy: Tschüß.

PS: Tschüßikowski

 

 
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