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ALTER DER RUINE - This Is Why We Can't Have Nice Things |
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Geschrieben von: Lucy von Leibnitz (Promofabrik)
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Mittwoch, den 19. Mai 2010 um 10:02 Uhr |
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Eine Mischung aus Stilen wie IDM, Industrial, Techno, Hardcore und House - Alter der Ruine sind bekannt dafür. Lucy interviewte Jacob and die beiden Mikes von ALTER DER RUINE. Das Ergebnis: Ein sehr lustiges und interessantes Interview. Aber lest selbst!
Hallo Jungs, nun steht mit „This Is Why We Can’t Have Nice Things“ euer viertes Album in den Läden. Wie um Himmels Willen kommt man denn auf solch einen laaangen Albumtitel?
ADR: Also wird hatten einen Wettbewerb online, bei dem die Fans Albumtitel einsenden konnten. Wir hatten eine Menge Zuschriften, am Ende haben die Fans für diesen Titel gestimmt. „Cowboys in the Navy“ war der knappe zweite Platz, welcher von Thomas Rainer von Nachtmahr vorgeschlagen worden war.
Wofür steht dieser laaaange Titel denn?
ADR: Es gibt viele Möglichkeiten, wie man ihn interpretieren kann. Ich denke, die Leute werden mehr hineindeuten als eigentlich sein müsste.
Gehen wir doch zunächst einmal ein paar Jahre zurück, um genauer zu sein, ins Jahr 2005. Wie hat alles begonnen und wie haben sich die zwei Mikes und der eine Jacob denn kennen gelernt?
ADR: Das ist so lange her, dass die Details einfach in Vergessenheit geraten sind. Es begann irgendwann in 2004, als Mike J das erste ADR-Liveset spielte. Mike T war im Publikum und trank sehr viel. Ab da werden die Geschehnisse etwas unscharf. Direkt nach dem ADR-Auftritt kam ein als Cowboy angezogener Typ in den Club. Er schrie etwas von einem Duell oder so, niemand verstand so richtig, was er sagen wollte. Er zog ein Rasiermesser aus seiner Hosentasche und ein Blick in sein Gesicht verriet, dass er es ernst meinte. Im Club wurde es sehr seltsam ruhig. Alle fragten sich, wo die Rausschmeißer sein mögen. In der Luft lag eine nervöse Energie, es war fast so, als ob ein Funken genügt hätte, um Panik und Chaos zu entfachen. Jeder fühlte es. Mike J fühlte, dass es wahrscheinlich keine gute Idee gewesen ist, zu dem Cowboy zu gehen und ihm zu sagen, er solle sich beruhigen und runter kommen. „Du hast echt dicke Eier“, sagte der Cowboy, während er sich das Messer an der Jeans abstrich. Mike T stand auf, um die Security zu suchen. Er fand einen sicheren Weg nach draußen, wo er andere Cowboys mit Ketten und Springmessern sah. Er sah auch, warum die Rausschmeißer nicht aufgetaucht waren. Die lagen wie blutige Wäschestücke zusammengeschlagen auf der Erde herum. Mike T rannte zurück und bemerkte „Die Security ist zusammengeschlagen, da sind noch mehr Typen draußen. Die wollen uns hier nicht rauslassen.“ Der Cowboy kam auf Mike J mit einem kalten Blick und dem Rasiermesser zu und flüsterte: „Ich schlitz dich auf, Söhnchen“. Die übrigen Cowboys kamen in den Club, begierig darauf, auf den Leuten herumzutrampeln. Mike T stand neben Mike J und meinte: „Du hast eine gute Show abgeliefert, mein Junge. Zu schade, dass es wohl deine letzte war... Ich wollte schon immer in so einer Band wie deiner sein. Nach heute Nacht werde ich wohl nie wieder die Chance dazu haben.“ „Falls wir hier heil wieder rauskommen, verspreche ich dir, dass du in meiner Band sein wirst“, antwortete Mike J. Beide kicherten. Die Cowboys umringten die beiden Mikes mit blitzenden Messern und Ketten, die wie Stahlschlangen durch die Luft wirbelten. „Ich mag das Zahlenverhältnis nicht“, unkte Mike T. „Ich schon“, sagte Mike J. Der Cowboy kam an die Jungs heran und brüllte unintelligente Sachen, die die Meute noch mehr aufheizte. Dann sprach er mit ruhiger Stimme: „Ihr seid nur zu zweit. Ich kann nicht behaupten, dass das ein fairer Kampf wäre. Ich kann auch nicht gerade sagen, dass es mir Spaß machen würden, die Scheiße aus zwei Jungs rauszuprügeln.“ „MACH LIEBER DREI JUNGS DRAUS“ schallte eine Stimme aus der Ecke. Alle Cowboys drehten sich um, um den Mann zu erblicken, der aus dem Schatten trat. Der Mann war selbstsicher. Der Mann war berechnend. Der Mann war gefährlich. Der Mann war Jacob! Jacob stellte sich neben die beiden Mikes. Er spuckte auf den Boden und nuschelte etwas, das nur er verstand. Der Cowboy knirschte mit den Zähnen und in die Richtung Clique schrie er: „Fein, lasst uns tanzen!“ Die Cowboys fielen über die Helden her. Durch den Klang brechender Knochen und Blutvergießen konnte man Jacob rufen hören: „Ich spiele Keyboards und falls du jemals einen brauchst, der die Tasten für dich drückt, wäre ich glücklich mit freiwillig anzubieten!“ Der Kampf schien für Stunden anzudauern, es waren aber nur ein paar Sekunden. Als sich der Staub gelegt hatte, sah es aus, als ob jemand den Club in eine Mondlandschaft verwandelt hätte. Die Schlägertypen waren weg. Mike, Mike und Jacob entkamen relativ unversehrt stehenden Fußes, was sie sehr überraschte. Mike J drehte sich zu ihnen um und sagte: „Ich kenne nicht eure Namen, aber von diesem Moment an sollen wir genannt werden ‚Alter! Der! Ruine!’“ So in etwa ist es passiert.
Mike 1, stelle uns doch bitte einmal Mike 2 vor!
Mike 1: Er ist mein Ritter in verschwitzter Rüstung. Ich sah ihn von einem schüchternen Jungen zu einem starken und tapferen Mountainman werden.
Jacob, stelle uns doch bitte einmal Mike 1 vor!
Jacob: Ich weiß nicht sehr viel über Mike 1. Ich denke, ich habe mich bisher vielleicht zwei oder dreimal mit ihm unterhalten in all den Jahren, in denen ich in der Band bin. Ich habe gehört, dass er eine wirklich nette Person ist.
Und Mike 2, was fällt dir zu Jacob ein?
Mike 2: Zwei Dinge – ich sehe ihm nicht in die Augen, wenn er isst. Zweitens: Wenn es Sonnenuntergang ist und ein Reh vor dir entlang läuft, wünsche dir drei Dinge. Und er wird dir einen davon erfüllen, wenn sie weise gewählt sind.
Und wie kommt ihr auf eure Pseudonyme „Brash Breadbone“, „Grayson Grayson“ und „Kint Sweeblehart“? Welche Bedeutung haben diese?
ADR: Um die Dinge verwirrend zu lassen. Da wir davon reden, sollten wir sie vielleicht demnächst gegen andere austauschen.
Was habt ihr vor Alter Der Ruine gemacht?
ADR: Prügeleien in Bars stoppen. Skulpturen reinigen. Ziemlich langweilige Dinge also.
Und wofür steht eigentlich der Bandname? Erzählt mal bitte!
ADR: Um es kurz zu machen, bedeutet es einfach, dass wir kein Deutsch sprechen. Wir haben recht schnell gemerkt, dass es einige Übersetzungsschwierigkeiten mit unserem Namen gibt. Was der Name eigentlich sagen sollte und was er wirklich bedeutet, sind zwei komplett verschiedene Dinge. Glücklicherweise finden wir es jetzt besser als die ursprünglich angedachte Version.
Euer Ziel war es zu Beginn, euch stets weiterzuentwickeln. Habt ihr den Plan eingehalten? Wenn ja, wie entwickelt ihr euch weiter (eher die Werkzeuge und Instrumente betreffend oder eher euer Wissen zu erweitern)?
ADR: Die Dinge entwickeln sich definitiv. Der Sound mit dem wir damals angefangen haben, ist meilenweit von dem entfernt, was wir heute sind. Wir haben uns niemals auf eine Sache festlegen wollen. Wenn es um Erfolg geht, ist es einfach zu sehen, dass wir es irgendwie richtig machen. Die Shows werden größer und unsere Fans stehen nach wie vor zu uns – also scheint alles zu funktionieren. Auf der technischen Seite der Dinge haben wir auch Lichtjahre zurückgelegt, wenn man auf die Anfänge zurückblickt. Die Produktion ist flüssiger, die Ideen weitgreifender. Wir verarbeiten eine große Anzahl von Elementen, die wir uns vor Jahren noch nicht einmal als passend hätten vorstellen können.
Lasst uns noch kurz über euren Sound plaudern. In Alter Der Ruine fließen eine Menge Genres ein (IDM, Industrial, Techno, Hardcore und House). Zeugt das davon, dass ihr drei einfach verschiedene Musikstile bevorzugt oder wie kommt es zu dieser extremen Mischung der Elemente?
ADR: Jeder von uns hört verschiedene Musik. Wir haben größtenteils einen ähnlichen Geschmack, aber wir gehen auch unsere eigenen Wege. Wenn es an das Komponieren geht, ist nichts vorherbestimmt. Oft schreiben wir viel zu viele Bausteine für einen einzigen Song. Wobei viele Bands darüber sicher glücklich wären und einfach zwei Songs daraus machen würden, arbeiten wir solange daran herum, bis wir es zu einem funktionierenden Ganzen zusammengemischt haben. Es gibt da so Etwas, nennen wir es mal „Kontrolliertes Chaos“, das wir sehr anziehend finden.
Ok, kommen wir nun zum neuen Album mit dem Wahnsinns-Titel. *g Welche Fortschritte habt ihr selbst zu den drei Vorgängeralben „The Ruine Process“, „State Of Ruin“ und „Giants From Far Away“ festgestellt?
ADR: Das ist einfach! Wir haben einfach aufgehört uns zu ernst zu nehmen. Als ADR anfing, war es nur Mike J. Er schrieb das gesamte Album allein, worin auch schon der Hauptunterschied zu den folgenden Veröffentlichungen zu sehen ist. Es war als ein Powernoise-Album gedacht und hat eine Menge düsteren Charme. „State of Ruin“ war von Mike J und Mike T in einem Zeitraum von etwa einem Jahr geschrieben worden. Mit einer neuen, zusätzlichen Sichtweise auf die Dinge veränderte sich der Sound und wurde auch kritischer bearbeitet. Dieses Album brach mit dem reinen Noise-Aspekt des ersten. Es gab da erste Electro-Melodielinien, die für den Klangcharakter und das Abwechslungsreiche sorgten. Das gab es auch schon die ersten Spritzer Humor. Es war eine Art Übergangsphase und öffnete die Türen und Tore für „Giants from far away“. „Giants from far away“ hat uns Nerven und Herzblut gekostet. Es hat riesigen Spaß gemacht es zu schreiben, aber es hat auch eine Menge von uns genommen. Jacob war bereits beim Komponieren Teil der Band und unsere Ideen und kreativen Filter waren zur Höchstleistung aufgefahren. Von Anfang bis Ende überschüttet es sich über dem Zuhörer, der nicht viel Zeit hat darüber zu reflektieren, was er eigentlich gerade gehört hat. Es trifft ihn in immer wieder kehrenden Wellen aus Techno und Industrial, aber verharrt nie lange genug um sich Gedanken zu machen, was wohl als nächstes kommen wird. Wir sind aus verschiedenen Gründen sehr stolz darauf. Vor allem darüber, was es uns an Freiraum bietet, uns in der Zukunft entfalten zu können.
Warum habt ihr das „Ruine“-Ding schon beim letzten Albumtitel nicht fortgesetzt?
ADR: Weil wir diese Titel einfach nie so richtig gemocht haben. Wir wollen weg davon, so dämlich auszusehen. Es gibt genug Gruppen, die sich darüber beschweren, dass es Krieg gibt, die über die Politik schimpfen und so – wir glaubten nicht, dass es noch eine weitere geben müsse. „Giants from far away“ war fast wie eine Wiedergeburt für uns. Es zeigt einen Wechsel in unserer Einstellung und Perspektive. Es wird auch nicht das letzte Mal sein, dass wir Dinge anders angehen werden.
Nun erwarten uns auf „This Is Why We Can’t Have Nice Things“ 12 Stücke plus vier Extrasongs in der Limited Edition. Zweitere ist eine Remix-Scheibe, bei welcher man schon beim Lesen der Remixer große Augen bekommt. Wie ist der Kontakt zu Aesthetic Perfection, Noisuf-X, Haujobb und Assemblage 23 zustande gekommen?
ADR: Wir kannten sie über die Jahre durch Online-Kontakt und gemeinsame Auftritte. Es sind alles Bands, die wir lieben und die wir häufig angehört haben. Dass sie uns remixen ist einfach wunderbar!
Besteht zwischen dem Albumtitel, ich muss ihn einfach noch mal sagen, so genial ist der „This Is Why We Can’t Have Nice Things“ und den einzelnen Tracks textlich gesehen ein Zusammenhang?
ADR: Ein wenig vielleicht. Wir neigen dazu, die Dinge außerhalb des normalen Ablaufes zu machen. Das wirkt manchmal Wunder und aber auch gar nicht. Der Titel könnte bedeuten, dass wir selbst unsere größte Ablenkung sind. Wir haben Erfolg, aber wir nehmen den Weg, der am wenigsten betreten ist, um dorthin zu gelangen.
Lasst uns doch einmal auf ein paar Songs näher eingehen: „When Machines Cry“... was verbirgt sich hinter diesem Titel?
ADR: Maschinen weinen nicht, weil sie traurig oder glücklich sind. Es ist einfach nur ein Missverständnis. Dieser Song beleuchtet den Moment, als eine Maschine eine Autotüre in die Eier geschlagen bekommt – sie weint, weil sie NICHTS dabei fühlt.
„Achtung! Bitches“:
ADR: Ahhh, ja. Das ist ein herzzerreißender Song. Die Worte entschlüpfen unserem Mund, als wir versuchten unsere tägliche Freude beim Beschimpfen von Schlampen zu beschreiben.
„KIA“
ADR: Dieser Song ist politisch. Zumindest denken wir es. Niemand sollte zu viel in unsere Songtitel interpretieren.
Wer wohnt denn in eurer „Looserstreet“?
ADR: Glücklicherweise keiner von uns.
Was macht ihr so in eurer Freizeit?
ADR: Hindernis-Parkours.
Mögt ihr Archeologie?
ADR: Ja, aber wenn man es mit Kryptzoologie kombinieren könnte, dann müssten wir unsere Hosen wechseln.
Welches Gefühl oder Bild habt ihr vor Augen, wenn ihr an Ruinen denkt?
ADR: Die eine Szene, die mir da einfällt ist aus „Der Weiße Hai Teil II“, als diese Gruppe Leute auf dem Banana Boot von einem Hai angegriffen wird. Der Hai ruinierte einfach eine perfekte Banana Boot-Erfahrung.
Wenn Alter der Ruine ein Restaurant machen würden, welches Tagesgericht würdet ihr empfehlen?
ADR: Sperma und Eier.
Eure Musik ist genau das richtige zum Party machen. Seid ihr denn auch so richtige Partypeople?
ADR: Wir sind dafür bekannt, dass wir gut Party machen können. Oft wenn wir auf Tour sind müssen wir leider selbst fahren und können somit nicht so ganz abdrehen. Normalerweise haben wir unsere Party auf der Bühne. Wir versuchen, den meisten Spaß dabei zu haben und bisher hatten wir noch kein Problem, das auch umzusetzen.
Bitte auf folgende Argumente spontan antworten:
Gitarre oder Synthesizer?
ADR: Super magisch...
Techno oder House?
ADR: Einer schüttelt die Hände, ein anderer pflanzt Blumen. Zusammen machen sie hässliche Babies.
Gott oder Teufel?
ADR: Irrelevant, der Weihnachtsmann.
Bitch oder Schoßhündchen?
ADR: Beides? Schoßschlampe?
Stuntman oder Stubenhocker?
ADR: Das eine führt früher oder später zum anderen.
Gewinner oder Looser?
ADR: Diese beiden sind nicht notwendigerweise einander ausschließend. Auch die Gewinner sind häufig die größten Verlierer.
Morgenmuffel oder Frühaufsteher?
ADR: Was auch immer den Morgen in die Gänge bringt...
Splattermovie oder Heimatfilm?
ADR: Eine Frage der Zeit und Situation. Momentan sind wir eher an Ort und Zeit für Filme mit Pferden, deren Stolz nicht gebrochen werden kann.
Leben vor dem Tod?
ADR: Keine Ahnung. Habe nie die umgekehrte Reihefolge versucht.
Was ist eure Lebensphilosophie, falls es eine gibt?
ADR: Essen, Saufen und Musik. Egal in welcher Musik du das haben willst.
Glaubt ihr, dass euer Projekt in seiner jetzigen Form unvergleichlich zu anderen Künstlern ist?
ADR: Zu sagen, es wäre ohne Parallelen, wäre sicher vermessen.
Was erwartet uns in eurer Zukunft? Ist ein Video geplant, wird es eine Tour geben?
ADR: All dies wird kommen. Wir werden auch eine neue Kollektion Damenjeans für Herren herausbringen.
Und was könnt ihr unseren Lesern noch mit auf den Weg geben? Euch fällt da doch bestimmt etwas Nettes ein?
ADR: Man braucht kein Talent, um bekannt zu werden!
Vielen Dank für das Interview und die liebsten Grüße nach Arizona!
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Geschrieben von: Lucy von Leibnitz (Promofabrik)
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Montag, den 03. Mai 2010 um 19:22 Uhr |
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Lucy interviewte die drei Herren von 6ct Humour über ihr neuestes Werk "iHuman" und über so manche musikalische Angelegenheit, sowie über Humor, Fans, Labels und warum das Album ausgrechnet am Karfreitag rauskam?!?
Hallo zusammen, wie setzt sich 6ct Humour zusammen und wer hat welche Aufgabenbereiche?
Andreas: Rouven ist unser Sänger und Texter. Ronny und ich sind die Tastenmänner, zudem komponieren wir die Songs...
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Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 27. Mai 2010 um 05:56 Uhr |
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Geschrieben von: Dietmar Fels & Astrid Kerber (Promofabrik)
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Freitag, den 02. April 2010 um 09:14 Uhr |
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Astrid und Dietmar quatschten mit Caro von Prospective über das zweite Album des Bautzen-Nürnberger Electro-Industrial-Duos.
Hallo Caro, vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, uns ein paar Fragen zu Prospective und eurem neuen Album "Perfect Evolution Of Humanity" zu beantworten.
Caro: Na gerne doch, ich danke euch für euer Interesse!
Für Diejenigen, die euch noch nicht kennen, stell euch doch bitte einmal kurz vor.
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Zuletzt aktualisiert am Montag, den 03. Mai 2010 um 18:33 Uhr |
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SANTA HATES YOU im Interview |
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Geschrieben von: Lucy von Leibnitz (Promofabrik)
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Freitag, den 02. April 2010 um 09:00 Uhr |
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Lucy interviewte Jinxy und PS zu ihrem zweiten Longplayer "Crucifix Powerbomb". Wofür sich Jinxy strafbar machen würde und welchen Buch PS in den nächsten 2000 Jahren schreiben würde oder was passieren würde, wenn PS "Gott" spielen könnte und noch vieles mehr, erfahrt ihr im folgenden Interview.
Hallo Jinxy, hallo PS, wieder einmal treffen wir zusammen, um ein wenig zu plaudern. Heute soll es sich um euer zweites Album „Crucifix Powerbomb“ drehen. Wie gut seid ihr mit den Arbeiten vorangekommen? Verlief denn alles nach Plan?
PS: Eigentlich ganz gut. Wir haben im Juni 2009 begonnen und sind irgendwann im Dezember damit fertig geworden. Das zieht sich halt immer ein bisschen hin.
Kürzlich habt ihr eure EP „Rocket Heart“ veröffentlicht. Wie sind die bisherigen Reaktionen darauf?
PS: Eigentlich sehr gut. Soweit ich informiert bin, ist die EP ausverkauft, sie ist, wenn überhaupt, nur noch in wenigen Shops erhältlich. Also von daher: Voller Erfolg!
Ok, wieder zurück in die Gegenwart. Euer neues Album heißt also „Crucifix Powerbomb“. Was verbirgt sich alles hinter diesem bombastischen Titel?
PS (lacht): Es verbirgt sich zum einen ein supergeiles Album dahinter. Zum anderen sieht man, wenn man den Begriff bei Google eingibt, einen wunderschönen Wrestling-Move. Das hat uns gereizt. Jinxy kam eines Tages auf mich zu und meinte, dass „Crucifix Powerbomb“ doch ein geiler Albumtitel wäre und dann haben wir das auch übernommen, weil es stimmt.
Wie seht ihr persönlich eure Weiterentwicklung vom ersten Album zum neuen Longplayer?
PS: Es ist im Prinzip noch viel zu kurz, um eine Entwicklung feststellen zu können. Man steckt da viel zu sehr selbst drin und es ist der zweite Schritt. Vielleicht ist Jinxy’s Stimme ein bisschen mehr in die Songs eingebunden, als beim ersten Album.
Die Tracklist klingt sehr spannend und macht mich neugierig. Lasst uns doch einfach mal auf einzelne Titel eingehen. Wofür ist die „Hexenpolizei“ im gleichnamigen Titel denn zuständig?
PS und Jinxy (lachen): Ja für die Hexen.
Ja, das ist klar, aber was genau passiert da?
Jinxy: Sie ist den Gedankenverbrechern hinterher.
PS: Und es ist ein Sinnbild für Überwachungsstaat, Restriktionen und Privatleben, ob im öffentlichen Leben oder im Internet.
„God Is Hiding Under My Bed“ ist wirklich ein genialer Titel. Eigentlich warten ja immer böse Monster und Ungeheuer unter den Betten, soweit ich mich an meine Kindheit erinnere und Papa immer unter mein Bett schauen musste? Warum versteckt sich GOTT unter dem euren?
PS und Jinxy lachen
PS: Weil das A) Jinxy’s Bett ist und er B) einfach mal unter dem Bett einer Frau sitzt und abwartet, was die Katholische Kirche so macht.
Jinxy: Ich möchte den Text ungern fertig interpretieren und ich möchte auch keine genaue Richtung geben. Jeder sollte für sich das erörtern, was ihm am meisten zuspricht. Ich habe schon eine kritische Haltung gegenüber der Katholischen Kirche. Man kann das aber so deuten, wie man will. Man kann Gott als kleine Monster sehen. Ich sage auch öfters im Text „God is not a teamplayer“. Ich denke, ich mache schon deutlich, was ich von dem Typ halte.
Welcher Song war am schnellsten im Kasten?
PS: Ich würde sagen „Rocket Heart“. Diesen Song haben wir schon auf diversen Festivals gespielt.
Und an welchen habt ihr am längsten geschraubt?
PS: Jinxy, sticht da einer hervor?
Jinxy: Ich denke nicht.
PS: Nö, die waren alle zeitgleich langsam oder schnell fertig, je nachdem, wie man das betrachtet.
Na dann seid ihr ja ein gut eingespieltes Team, würde ich sagen.
Beide: Ja.
Auf „Crucifix Powerbomb“ sind sowohl deutsche, italienische als auch englische Songs. Wie entscheidet ihr, ob eine Story in englisch bzw. in deutsch vorgetragen wird?
PS: Das ergibt sich aus dem Song heraus. Er fühlt sich eben einfach Italienisch, Deutsch oder Englisch an. Das ist eine reine Bauchgeschichte. Wir finden alle drei Sprachen sehr reizvoll und ich persönlich empfinde Italienisch als Sprache im Dark Electro- und Industrial Bereich als sehr neu und erfrischend.
Jinxy, was heißt denn „Sexuelle Unordnung“ auf Italienisch?
Jinxy: Disordine sessuale.
Oh, das klingt aber sehr erotisch, Wahnsinn!
Alle lachen...
Jinxy, wenn du in einem Geschäft verloren gehen würdest, welches wäre das?
Jinxy: Ich denke, gar keines.
Kaufst du nicht gern ein?
Jinxy: Nein.
PS lacht.
Jinxy: Ich bin eher die Art von Frau, die gerne Musik macht.
PS, wenn du einen Tag GOTT sein könntet, was würdest du tun?
PS: Wahrscheinlich das Selbe, was ich jetzt auch tue. Ausschlafen, danach musizieren und das bis spät in die Nacht uuuund jaaaaaaa .... Ich würde vielleicht jeden Menschen, der gewalttätig ist, in diesem Moment rebooten und ihn wieder drei Monate alt sein lassen. Wenn jemand, in Kriegsgebieten beispielsweise, schießt, wäre er sofort wieder ein Kind.
Jinxy, nehmen wir einmal an, du würdest auf der Hinterbank eines Polizeiautos sitzen, was wäre der Grund dafür?
Jinxy: Oh mein Gott, ich weiß nicht, ob man das hier sagen darf!
Alle lachen.
PS: Ich glaube, das wäre, weil sie bei illegalen Glücksspielen Leute abgezockt hätte.
Jinxy: Ja.
PS, wenn du jemals ein Buch schreiben würdest, worüber würde das sein?
PS: Das wäre die Bibel 2.0.
Ah, wir lesen uns dann also in 2000 Jahren wieder!
Alle lachen.
Beschreibt doch mal einen völlig normalen Tag im Hause Santa Hates You.
PS: Gut, wo fange ich da an... mit dem Aufstehen. Ok, also gegen 9 Uhr klingelt der Wecker. Dann wird erst einmal gefrühstückt und es werden E-Mails gecheckt. Danach setze ich mich an die Tasten und komponiere ein bisschen. Irgendwann kommt Jinxy vorbei und zeigt mir ihre neuen Texte. Dann ist erst einmal viel Spaß angesagt. Irgendwann am späten Nachmittag köpfen wir die erste Flasche Wein und versuchen Sachen einzusingen oder ich spiele Jinxy neue Songs vor, die ich gemacht habe. Das kann sich teilweise bis morgens 5 oder 6 Uhr hinziehen. Vielleicht muss man zwischendurch auch noch einkaufen gehen. Am Wochenende sieht das natürlich ganz anders aus. Dann wird nachmittags mit dem Musikmachen abgebrochen und wir überlegen uns, in welchen Club wir gehen möchten und mit welchen Freunden man sich vorher trifft. Ist doch eigentlich ganz normal, oder?
Welches Verhältnis habt ihr zu euren Fans? Ist es nett, Fans zu treffen oder habt ihr auch Probleme mit hysterischen weiblichen und aufdringlichen männlichen VerehrerINNEn?
PS: Die bisherigen Fans von Santa Hates You, die wir kennen lernen durften, waren durch die Bank weg die besten Fans, die man sich überhaupt wünschen kann.
Jinxy: Jawohl, die besten!
Also keine schlimmen Vorfälle?
Jinxy: Nein.
PS: Überhaupt nicht. Aber das hat man in dieser Szene sowieso nicht. Da spreche ich auch aus der Sicht meiner anderen Band heraus. Wir können in unserer Szene stolz darauf sein, wie wir miteinander umgehen. Ob von Fans zu Band oder auch von Band zu Fans.
Wie schaut es aus mit Konzerten anno 2010. Da kann man euch des Öfteren LIVE erleben. Wo wird das überall sein?
PS: Das habe ich jetzt leider nicht im Kopf. Aber für alle Leute, die das interessiert, sei unsere MySpace-Page www.myspace.com/santahatesyou ans Herz gelegt. Dort werden wir immer die neusten Termine veröffentlichen.
Ist euch schon mal etwas Peinliches auf der Bühne passiert, wenn ja, was war es?
PS: Bei Santa Hates You bis jetzt noch nicht so richtig.
Jinxy: Oh, doch. Einmal war meine Latex Hose eine Nummer zu groß.
PS lacht.
Jinxy: Und während des Konzertes rutschte sie ganz langsam immer mehr nach unten und das sah dann ein bisschen nach Baggy Pants aus.
PS: Rubber Baggy Pants.
Jinxy: Aber das hat keiner gemerkt, außer mir.
PS: Auf einer Bühne darf einem sowieso nichts Peinlich sein. Es kann alles passieren. Man kann über Kabel stolpern. Es kann sonst etwas passieren. Die Hauptsache ist, man verletzt sich und andere nicht dabei.
Was habt ihr für Träume oder Pläne für die Zukunft?
PS: Wir warten nun erst einmal ab, wie das neue Album ankommt. Die ersten Anzeichen sehen bis jetzt ganz gut aus. Dann hoffen wir, dass wir regelmäßig und oft LIVE auftreten werden und freuen uns eigentlich auch schon auf das nächste Album. Meistens denkt man, wenn man ein Album fertig hat, dass man das und das noch hätte machen können. So entstehen sofort neue Ideen und neue Inspirationen für neue Songs.
Bei euch beiden Kreativen ist das ja auch Gang und Gäbe.
PS: Was?
Dass bei euch die Kreativität einfach nicht ausgeht.
PS: Uns knutscht die Muse wirklich unentwegt ab. Wir sind eben nachtaktiv wie Werhamster.
Jinxy: Ja, die Hamster des Todes.
Oh, Todeshamster.
Alle lachen.
Ok, dann mal recht vielen Dank für eure Antworten und viel Erfolg mit eurem zweiten Album! Vielleicht habt ihr ja noch ein paar Abschlussworte für unsere Fans da draußen, ähhh, ich meine natürlich eure Fans, Entschuldigung.
PS: Unserer Hörerschaft möchte ich sagen: Danke, dass ihr da seid und dass ihr diese Szene unterstützt. Das gilt natürlich auch für alle Onlinemagazine, Radios und so weiter und so fort. Ich helft, dass diese Szene schön dunkelbunt bleibt! Das ist eine schöne Sache und wir schauen mit Stolz auf euch!
Ok, dann sagen wir mal Tschüß da draußen!
Jinxy: Tschüß.
PS: Tschüßikowski
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